
Warum Ihr EBITDA-Multiple falsch ist: Asset-Heavy-Unternehmen richtig bewerten – am Beispiel der Champagne
Ein Champagnerhaus mit vier Millionen Euro EBITDA. Börsennotierte Vergleichsunternehmen der Branche handeln zu EBITDA-Multiples von 15x, 20x, teilweise mehr. Also ist das Haus 60 bis 80 Millionen Euro wert?
Nein. Und wer so rechnet – egal ob als Käufer, Verkäufer oder Berater –, begeht einen der teuersten methodischen Fehler der Bewertungspraxis: Er wendet ein Multiple, das zu einem erheblichen Teil den Wert von Grund und Boden reflektiert, auf eine Ertragskennzahl an, die mit diesem Boden nur indirekt zu tun hat.
Dieser Artikel erklärt, wie Asset-Heavy-Unternehmen – Betriebe mit werthaltigem Anlagevermögen wie Weinbergen, Immobilien oder Produktionsanlagen – methodisch sauber bewertet werden. Das Prinzip: Trennung von Vermögen und operativem Geschäft. Das Beispiel: die Champagne, wo dieser Fehler wegen extremer Bodenwerte besonders teuer wird. Die Übertragbarkeit: jeder Mittelständler, der seine Produktionshalle selbst besitzt.
Sie führen ein Unternehmen mit werthaltigem Anlagevermögen und möchten wissen, was Geschäft und Substanz getrennt wert sind? In einem vertraulichen Erstgespräch ordnen wir Ihre Ausgangslage ein. → Erstgespräch vereinbaren
Das Problem: Wenn das Multiple mehr über den Boden sagt als über das Geschäft
EBITDA-Multiples funktionieren als Bewertungslogik nur, wenn die Vergleichsunternehmen dem Bewertungsobjekt strukturell ähneln – im Geschäftsmodell, im Risiko, in der Kapitalintensität. Mehr dazu: Was Ihr Unternehmen wirklich wert ist
Bei Asset-Heavy-Branchen bricht diese Logik systematisch zusammen. Der Grund: Das Multiple eines börsennotierten Unternehmens mit massivem Grundbesitz preist zwei völlig verschiedene Dinge gleichzeitig – die Ertragskraft des operativen Geschäfts und den Wert (plus die Wertsteigerungserwartung) des Vermögens auf der Bilanz.
Die Champagne ist dafür das Extrembeispiel. Die Zahlen der staatlichen französischen Bodengesellschaft SAFER: Die Appellation Champagne repräsentiert rund die Hälfte des Wertes aller klassifizierten Weinbergflächen Frankreichs – bei nur etwa acht Prozent der Fläche. Ein Hektar Weinberg kostet in der Champagne im Durchschnitt über eine Million Euro; in Spitzenlagen wie der Côte des Blancs wurden zuletzt durchschnittlich rund 1,7 Millionen Euro je Hektar aufgerufen (Quelle: SAFER, 2023/2024).
Was bedeutet das für die Bewertung? Ein Champagnerhaus mit 30 Hektar eigenen Lagen trägt allein an Weinbergen 30 bis 50 Millionen Euro Vermögen in der Bilanz – häufig zu historischen Anschaffungskosten von einem Bruchteil dessen bilanziert. Börsennotierte Häuser mit jahrhundertealtem Eigenbesitz handeln deshalb zu EBITDA-Multiples, die für das reine operative Geschäft absurd wären: Ein erheblicher Teil der Marktkapitalisierung ist schlicht Boden, kein Geschäft.
Wer dieses Multiple nun auf das EBITDA eines Übernahmeziels anwendet, das vielleicht nur 10 Hektar besitzt und den Rest der Trauben zukauft, bewertet ein Vermögen mit, das gar nicht existiert. Und umgekehrt: Wer ein Standard-Getränke-Multiple auf ein Haus mit 30 Hektar Grand-Cru-Lagen anwendet, verschenkt zweistellige Millionenbeträge. Mehr dazu: Die häufigsten Bewertungsfehler im Mittelstand
Die Methode: Analytische Trennung von PropCo und OpCo
Die Lösung ist konzeptionell einfach und wird bei professionellen Transaktionen seit Jahrzehnten praktiziert – sie stammt aus der Immobilienwelt und heißt dort OpCo/PropCo-Betrachtung: Das Unternehmen wird analytisch in zwei Einheiten zerlegt.
Die Vermögensgesellschaft (PropCo): Weinberge, Immobilien, Produktionshallen – bewertet zum Verkehrswert, unabhängig vom operativen Geschäft. Grundlage sind Gutachten, Vergleichstransaktionen (bei Weinbergen: die SAFER-Statistiken, regionale Transaktionsdaten) oder Ertragswertverfahren für Immobilien.
Die Betriebsgesellschaft (OpCo): Das operative Geschäft – Produktion, Marke, Vertrieb, Kundenbeziehungen. Bewertet mit Ertragsverfahren oder Multiples, aber auf Basis einer korrigierten Ertragsrechnung.
Der entscheidende Schritt ist die Korrektur: Das operative Geschäft muss so gerechnet werden, als würde es die genutzten Assets zu marktüblichen Konditionen anmieten oder anpachten. In die GuV der OpCo wird also eine kalkulatorische Miete beziehungsweise Pacht eingestellt – auch wenn real keine fließt, weil das Unternehmen sein Eigentum selbst nutzt.
Erst dieses um die kalkulatorische Pacht bereinigte EBITDA zeigt die echte Ertragskraft des operativen Geschäfts. Und erst auf dieses EBITDA dürfen Multiples von Vergleichsunternehmen angewendet werden – idealerweise von solchen, die selbst kein nennenswertes Eigentum halten (Asset-Light-Comparables). Mehr dazu: Bereinigtes EBITDA
Der Gesamtwert ergibt sich dann als Sum-of-the-Parts: Unternehmenswert = Wert des operativen Geschäfts (auf Basis pachtbereinigtem EBITDA) + Verkehrswert der Assets.
Rechenbeispiel 1: Das Champagnerhaus
Ein mittelgroßes Champagnerhaus, familiengeführt: 20 Mio. Euro Umsatz, ausgewiesenes EBITDA 4,0 Mio. Euro. Eigene Weinberge: 20 Hektar in Premier-Cru-Lagen, konservativ bewertet mit 1,1 Mio. Euro je Hektar = 22 Mio. Euro Verkehrswert. Die Weinberge werden vollständig selbst bewirtschaftet; in der GuV steht keine Pacht.
Schritt 1 – Kalkulatorische Pacht: In der Champagne ist die Pacht (fermage) präfektoral reguliert und wird traditionell in Kilogramm Trauben je Hektar fixiert; abgerechnet wird zum amtlich festgestellten Traubenpreis der jeweiligen Gemeinde. Typische Pachtvereinbarungen liegen bei 2.000 bis 3.000 kg/ha; die amtlichen Traubenpreise der Ernte 2023 lagen je nach Cru bei rund 6,80 bis 8,60 Euro je Kilogramm (Quelle: La Champagne Viticole / Arrêtés préfectoraux Marne). Für unsere Premier-Cru-Lagen kalkulieren wir: 2.500 kg/ha × 7,20 €/kg = 18.000 Euro je Hektar und Jahr. Für 20 Hektar ergibt sich eine kalkulatorische Jahrespacht von 360.000 Euro.
Bemerkenswert ist die implizite Pachtrendite: 18.000 Euro auf 1,1 Mio. Euro Bodenwert entsprechen nur rund 1,6 Prozent (je nach Pachthöhe und Lage 1,2 bis 2,3 Prozent – die Obergrenze markiert das métayage-Modell, bei dem der Verpächter traditionell rund ein Drittel der Ernte erhält). Diese extrem niedrige laufende Verzinsung ist kein Rechenfehler, sondern der Kern des Phänomens: Der Boden der Champagne wird nicht über seine Pachterträge bepreist, sondern über Knappheit und Wertsteigerungserwartung.
Warum besitzt man Weinberge trotzdem, statt sie zu pachten? Weil die Pachtrendite nicht die Eigentümerrendite ist. Der selbst bewirtschaftende Eigentümer verdient nicht die Pacht, sondern die operative Marge – bei rund 70.000 Euro Traubenerlös je Hektar ein Mehrfaches davon. Und das Champagnerhaus kauft mit dem Boden vor allem eines: Versorgungssicherheit in einer Appellation, deren Fläche auf rund 34.000 Hektar fixiert ist. Niedrige laufende Verzinsung bei hohem Substanzwert ist im Übrigen kein Sonderfall der Champagne, sondern der Normalzustand von Agrarland: Auch deutsches Ackerland rentiert auf Basis marktüblicher Pachten häufig nur mit einem Prozent oder weniger seines Verkehrswerts.
Schritt 2 – Bereinigtes operatives EBITDA: 4,0 Mio. – 0,36 Mio. = 3,64 Mio. Euro. Das ist die Ertragskraft, die ein Betreiber erzielen würde, der die Lagen pachten müsste.
Schritt 3 – Bewertung der OpCo: Für ein markengetriebenes Schaumweingeschäft ohne Weinbergbesitz sei ein Multiple von 8x angemessen (abgeleitet aus Asset-Light-Getränke-Comparables, nicht aus börsennotierten Champagnerhäusern mit Eigenbesitz). OpCo-Wert: 3,64 × 8 = 29,1 Mio. Euro.
Schritt 4 – Sum-of-the-Parts: 29,1 Mio. (OpCo) + 22 Mio. (Weinberge) = rund 51 Mio. Euro Enterprise Value.
Zum Vergleich die beiden Fehlrechnungen: Die naive Anwendung eines Börsen-Multiples (4,0 Mio. × 18x = 72 Mio. Euro) überbewertet um über 20 Mio. – das Multiple der Börsenhäuser preist deren viel größeren, über Jahrhunderte akkumulierten Weinbergbesitz mit ein. Das naive Standard-Multiple ohne Asset-Betrachtung (4,0 Mio. × 8x = 32 Mio. Euro) unterbewertet um fast 20 Mio. – die 22 Mio. Euro Weinberge werden schlicht ignoriert, obwohl der Käufer sie miterwirbt und jederzeit separat verwerten könnte.
Die methodisch saubere Antwort liegt dazwischen – und sie ist verhandlungsfest, weil jeder Baustein einzeln belegbar ist: der Bodenwert über SAFER-Transaktionsdaten und Gutachten, die Pachtannahme über die amtlichen fermage-Referenzen, das operative Multiple über echte Vergleichstransaktionen. Mehr dazu: Bewertungsmethoden im Überblick
Rechenbeispiel 2: Der Maschinenbauer mit eigener Produktionshalle
Dasselbe Prinzip, deutscher Mittelstand: Ein Maschinenbauer erwirtschaftet 3,0 Mio. Euro EBITDA. Die Produktionsimmobilie – Halle, Bürotrakt, Grundstück in guter Gewerbelage – gehört der GmbH und hat einen gutachterlich ermittelten Verkehrswert von 8 Mio. Euro. Miete zahlt das Unternehmen naturgemäß keine.
Kalkulatorische Miete: Die Renditeannahme lässt sich aus dem Investmentmarkt ableiten: Die Spitzenrendite für Core-Logistikimmobilien in Deutschland lag zuletzt bei rund 4,5 Prozent (Q4 2024, Cushman & Wakefield); für Produktionsimmobilien liegt die marktübliche Ankaufsrendite wegen der höheren technischen Spezifität und eingeschränkten Drittverwendungsfähigkeit typischerweise 100 bis 200 Basispunkte darüber. Für eine Produktionshalle in guter Sekundärlage sind 6 Prozent damit eine belastbare Mitte. Kalkulatorische Jahresmiete: 8 Mio. × 6 % = 480.000 Euro. Gegenprobe über den Mietansatz: Bei rund 5.500 m² Hallen- und Bürofläche entspricht das einer Miete von gut 7 Euro je m² und Monat – konsistent mit den Durchschnittsmieten für Logistik- und Produktionsflächen.
Bereinigtes operatives EBITDA: 3,0 – 0,48 = 2,52 Mio. Euro. OpCo-Wert bei einem branchenüblichen Multiple von 5,5x: 2,52 × 5,5 = 13,9 Mio. Euro. Sum-of-the-Parts: 13,9 + 8,0 = rund 22 Mio. Euro Enterprise Value.
Auch hier die typischen Fehlrechnungen: Wer 3,0 × 5,5 = 16,5 Mio. rechnet und die Immobilie „vergisst“, verschenkt als Verkäufer über 5 Mio. Euro. Wer dagegen 16,5 Mio. für das Geschäft ansetzt und die 8 Mio. Immobilie obendrauf addiert, zählt doppelt: Das unbereinigt hohe EBITDA enthält bereits den Vorteil der mietfreien Nutzung – wer die Immobilie separat vergütet haben will, muss dem Käufer im Gegenzug die Marktmiete in die GuV schreiben. Beides zugleich geht nicht.
Diese Doppelzählung ist in der Praxis der häufigste Streitpunkt – und zwar in beide Richtungen. Ein sauberes Bewertungsmodell macht die Logik transparent und nimmt der Diskussion die Emotion. Spätestens in der Due Diligence aus Verkäufersicht wird jede Annahme geprüft – wer Pacht- und Mietansätze vorab dokumentiert, verliert im Prozess keine Zeit und keinen Preis.
Vier Praxisfragen, die über Millionen entscheiden
1. Welche Pacht- oder Mietannahme ist „marktüblich“? Die kalkulatorische Pacht ist der sensibelste Hebel der Rechnung: Verschiebt sich die Pachtannahme im Beispiel der Champagne um 500 kg/ha (von 2.500 auf 3.000 kg), sinkt das bereinigte EBITDA um 72.000 Euro – und der OpCo-Wert bei 8x um fast 600.000 Euro. Grundlage sollten deshalb nie freie Schätzungen sein, sondern dokumentierte Referenzen: in der Champagne die präfektoral festgestellten Traubenpreise je Gemeinde und die regulierten fermage-Bandbreiten, bei deutschen Gewerbeimmobilien Mietwertgutachten, regionale Mietspiegel und publizierte Ankaufsrenditen (CBRE, Cushman & Wakefield, BNP Paribas Real Estate).
2. Will der Käufer die Assets überhaupt? Nicht jeder Käufer will Vermieter oder Weinbergbesitzer sein. Ein strategischer Käufer, der nur das operative Geschäft sucht, wird für die Assets kein volles Geld zahlen. Die OpCo/PropCo-Trennung eröffnet hier Gestaltungsspielraum: Die Immobilie kann vor der Transaktion in eine separate Gesellschaft überführt werden – der Verkäufer behält sie, vermietet langfristig an den Käufer und bezieht Mieteinnahmen als Altersvorsorge. Steuerlich ist das anspruchsvoll (Sperrfristen, Grunderwerbsteuer, Aufdeckung stiller Reserven) und braucht Vorlauf. Mehr dazu: Steuern beim Unternehmensverkauf
3. Sind die Assets betriebsnotwendig oder nicht? Die klassische Unterscheidung greift bei Asset-Heavy-Unternehmen zu kurz. Die Weinberge eines Champagnerhauses sind betriebsnotwendig und trotzdem separat werthaltig. Entscheidend ist nicht die Notwendigkeit, sondern die Frage: Hat das Asset einen vom Betrieb unabhängigen Marktwert, und ließe sich die Nutzung durch Pacht oder Miete ersetzen? Wenn ja, gehört es in die Sum-of-the-Parts-Logik. Wie sich diese Frage in den Gesamtprozess einordnet, zeigt der Ablauf eines Unternehmensverkaufs.
4. Was ist mit den stillen Reserven in der Bilanz? Asset-Heavy-Altunternehmen bilanzieren Grundbesitz häufig zu historischen Anschaffungskosten – in der Champagne teilweise zu Werten aus den 1950er-Jahren. Die Differenz zum Verkehrswert sieht man der Bilanz nicht an. Für die Bewertung zählt ausschließlich der aktuelle Verkehrswert; für die Steuer ist die Aufdeckung stiller Reserven beim Asset Deal dagegen ein erheblicher Kostenfaktor. Auch das spricht für frühzeitige Strukturplanung. Mehr dazu: Exit-Readiness im Mittelstand
Ihr nächster Schritt: Wenn Sie wissen möchten, wie Substanz und operatives Geschäft in Ihrem Fall auseinanderlaufen, sprechen wir vertraulich darüber – Kostenlose Erstberatung anfragen. Wer den Kostenrahmen einer Begleitung vorab einschätzen will, findet die Details unter M&A-Berater Kosten.
Sie führen ein Unternehmen mit werthaltigem Anlagevermögen – Immobilien, Flächen, Produktionsanlagen – und möchten wissen, was Geschäft und Substanz getrennt wert sind? Wir bauen Ihnen ein belastbares Sum-of-the-Parts-Modell, das in der Verhandlung standhält.
Erstgespräch vereinbarenHäufige Fragen
Warum kann ich das EBITDA-Multiple börsennotierter Champagnerhäuser nicht auf mein Weingut anwenden?
Weil deren Multiples zu einem erheblichen Teil den Wert und die Knappheit ihres historischen Weinbergbesitzes reflektieren – nicht nur die operative Ertragskraft. Die Champagne vereint rund die Hälfte des französischen Weinbergwerts auf acht Prozent der Fläche; börsennotierte Häuser mit großem Eigenbesitz handeln entsprechend zu Multiples, die für ein reines Betriebsgeschäft keine Aussagekraft haben. Ein Zielunternehmen mit anderer Besitzstruktur braucht eine getrennte Bewertung von Assets und operativem Geschäft.
Wie hoch setze ich die kalkulatorische Miete für meine eigene Produktionshalle an?
Grundlage ist die Marktmiete, die ein fremder Dritter für vergleichbare Flächen zahlen würde – ermittelbar über Mietwertgutachten, regionale Gewerbemietspiegel oder als Renditeansatz auf den Verkehrswert. Als Anker: Die Spitzenrendite für Core-Logistikimmobilien liegt in Deutschland bei rund 4,5 Prozent; Produktionsimmobilien handeln wegen eingeschränkter Drittverwendungsfähigkeit typischerweise bei 5,5 bis 7 Prozent, Speziallagen und ältere Objekte darüber. Wichtig ist Konsistenz: Dieselbe Annahme muss in der EBITDA-Bereinigung und in der Asset-Bewertung verwendet werden.
Verkaufe ich Immobilie und Geschäft besser zusammen oder getrennt?
Das hängt vom Käuferuniversum ab. Strategen und Private-Equity-Käufer wollen häufig kein Immobilienvermögen auf der Bilanz – hier kann die Trennung (Verkauf des operativen Geschäfts, Behalt und Vermietung der Immobilie) den Gesamterlös erhöhen und dem Verkäufer laufende Einnahmen sichern. Bei Weingütern liegt der Fall oft anders: Hier ist der Boden gerade der Kern dessen, was Käufer suchen. Die Entscheidung sollte vor Prozessstart fallen, weil sie Struktur, Steuern und Käuferansprache bestimmt.
Gilt die Methode auch für Hotels, Logistiker oder Landwirtschaftsbetriebe?
Ja – überall dort, wo werthaltiges Vermögen und operatives Geschäft in einer Einheit stecken. Hotellerie (Betrieb vs. Immobilie), Logistik (Netzwerk vs. Logistikimmobilien), Landwirtschaft (Betrieb vs. Flächen) und Kliniken werden professionell fast immer in OpCo/PropCo-Logik bewertet. Der deutsche Mittelständler mit eigener Produktionshalle ist der häufigste – und am häufigsten falsch gerechnete – Anwendungsfall.

Über den Autor
Jan-Christian Hansen
Gründer und Geschäftsführer von Hansen Advisory, einer unabhängigen M&A-Boutique in München. In über 17 Jahren Transaktionserfahrung und 50+ abgeschlossenen Deals hat er wiederholt erlebt, wie die saubere Trennung von Vermögen und operativem Geschäft Bewertungsdiskussionen entschieden hat – auf beiden Seiten des Tisches. Als Gründer der Weinerei Hansen kennt er die Ökonomie der Weinbranche zudem aus eigener unternehmerischer Praxis. Er lehrt Financial Modelling und Unternehmensbewertung an der TU Darmstadt und der Universität Liechtenstein.
Kostenlose Erstberatung
Ihre Situation vertraulich besprechen?
Wir ordnen Ihren Fall in 30 Minuten ein — unverbindlich, diskret und mit klarer Einschätzung zu Timing, Wert und Prozess.
Kontakt aufnehmen
